Donnerstag, 27. Juni 2013

Von Obsessionen, Hingabe und Gehorsam

Jeder hat etwas, das er besonders gerne mag. Beim Essen zeigt sich das ja auch schon, zum Beispiel in der Auswahl der Zutaten, der Zubereitungsweise, der Gewürze, der Menge... Manch eine kann bestimmt auch ihrem Essen regelrecht verfallen, sich ihm voll und ganz hingeben, darin aufgehen. Warum ich mit Euch darüber spreche?
Weil ich wieder mal eine meiner anderen kleinen Besessenheiten erwähnen möchte, abseits von meinem Höhen und Tiefen in Töpfen, Backöfen oder Bentoboxen. Und auch abseits von meinem Simpsons-Faible, der das eine oder andere mal deutlich geworden sein müsste ^^
Heute geht es um Menschen, die den Soundtrack zu Deinem Leben liefern. Für mich kann das nur die beste Band der Welt sein, denn mit weniger sollte man sich doch wohl nicht zufrieden geben?! ^^ Fans und halbwegs gut Informierte dürften jetzt schon wissen, dass ich von den Ärzten spreche. Ich bin kein Fan der ersten Stunde, das wäre mir auch schon aufgrund meines Alters unmöglich ;) Aber im Jahre 2002 haben sie mein damals 15jähriges Herz erobert und zwar ganz konkret mit "Rock'n'Roll Realschule". Von da an bis jetzt habe ich brav jedes neue Album angeschafft, die alten fehlen mir (leider). Es würde zumindest ein kleines Loch in mein Budget reißen, wenn ich alles nachkaufen wollte, außerdem denke ich, dass man als Fan nicht zwangsläufig sofort auf der Stelle alles nacharbeiten muss, was man verpasst hat. Wir sind hier ja nicht in der Schule :)
Ich bin also ein Fan, ziemlich textsicher bei allen neuen Liedern, aber kein Hardcore-Fan, der sich Belas Konterfei über's rechte Schulterblatt tätowiert und bei jedem Konzert dabei ist, immer in der Hoffnung irgendwann mal mit einem von den dreien schlafen zu können, am liebsten jedoch mit allen dreien (verzeiht die Vermischung von Fan, Groupie und Stalker :).
Aber es gibt Momente, die haben ihre besondere Magie, die unseren freien Willen durch zarte Klänge in einen Zauberschlaf hüllt. Mit anderen Worten: ICH WAR AUF EINEM ÄRZTE-KONZERT!
Und wir, d.h. ich und die 29 999 anderen, waren besessen, haben uns völlig hingegeben und willenlos gehorcht. Sprecht und wir folgen! Bitte, bitte, lass mich dein Sklave sein. Oder wie auch immer man es nennen soll :) Was sie auch sagen, man macht es. Springt und wir sind gesprungen, setzt euch und wir haben uns gesetzt. Konzerte erzeugen und besitzen eine Gruppendynamik und einen willenlosen Gehorsam, von dem so manche Diktatur nur träumen kann ^^
Es war generell mein erstes Konzert (inzwischen habe ich keine Ahnung, wie das passieren konnte, dass ich nicht schon vorher eines besucht habe...) und es hat mich geflasht. Wir waren schon zum ersten Einlass da, 4 1/2 Stunden vor Auftritt der Ärzte, aber dafür haben wir ein "Inner Circle"-Bändchen bekommen, Einlass und freie Fahrt bis nach ganz vorne zwischen Bühne und dem ersten Wellenbrecher. Und es ist ein irres Gefühl der Band, die man so mag, so nah zu sein!
Ich hatte mir zu diesem Anlass eine Einwegkamera gekauft, da meine Kamera immer sofort unscharfe Aufnahmen liefert, wenn man ein bisschen wackelt, und auch ein bisschen aus der Angst heraus, ich könnte sie bei dem ganzen Gezappel und Gehüpfe verlieren. Zugleich hat grade meine Einwegkamera eine Nostalgie erzeugt, die auch sehr gut zu den Ärzten gepasst hat.
Ich habe sie schon zum Entwickeln gegeben, mal sehen, was ich so aufgenommen habe, denn trotz unserer Nähe zur Bühne musste ich die Kamera natürlich über meinen Kopf halten und konnte beim Knipsen nicht durchschauen, no risk, no fun ;) Aber es ging mir ja auch nicht um gestochen scharfe Aufnahmen, die man dann direkt mal an eine Zeitung schicken könnte, es ging mir um das *Feeling*.
Und das Feeling kann ich Euch nur ans Herz legen, schaut Euch die Band Eurer Wahl live an und werdet Teil der sabbernden Zombiemasse!

Kommentare:

  1. Ein schöner Beitrag! ich bin gespannt auf deine Fotos und das Feeling. :-) Obwohl du das in dem Beitrag textlich schon sehr gut näher bringen konntest.

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