Donnerstag, 6. April 2017

Auf Balkonien: Norden und Zimmerpflanzen

Auf Nordbalkonien überleben nur die ganz harten. Die Sonne schaut wirklich nur im Sommer ganz im Westen einmal kurz um die Ecke, ansonsten ist es hier wirklich sonnenfrei, aber anscheinend doch noch recht hell. Meine Zwergweide muss nämlich leider auf Nordbalkonien wohnen, weil auf der anderen Seite einfach kein Platz mehr ist. Als ich sie dort letztes Jahr im August abstellte, dachte ich schon, dass ich ihr damit den Rest gegeben habe, aber anscheinend hat sie sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt, denn sie treibt ganz wunderbar neu aus. Außerdem gab's von mir Osterschmuck, dann brauch ich mir auch keinen Osterstrauß kaufen.
Ebenso mitgekommen ist natürlich mein Pott mit Minze, die schon ganz leicht austreibt. Leider ist sie von der weißen Fliege befallen. Ich habe jetzt Pflanzenschutzmittel bestellt. Leider (denn bei Schädlingen kenne ich keine Gnade!) kann ich hier die harte Chemiekeule nicht rausholen, da ich mich ja nicht selbst vergiften möchte. Ich habe deswegen zwei Mittel bestellt, eines auf Rapsöl-, das andere auf Kalilaugenbasis; beides unbedenklich, vor allem auch für die Nützlinge.
Mal sehen, wer den längeren Atem hat! In der Not gibt es kurzen Prozess, dann fliegt die Minze raus und ich kaufe mir wieder eine neue.
Im hinteren Topf wächst meine Astilbe. Die durfte vor allem deswegen mit, weil sie den Schatten liebt. Auch diese treibt jetzt ganz wunderbar neu aus. Auf meiner Fensterbank ist auch einiges los, klickt doch mal rein!
Von vielen Pflanzen kenne ich den Namen nicht bzw. habe ihn direkt nach dem Kauf wieder vergessen. Solltet Ihr Pflanzen erkennen, immer her mit den Namen. Der Hobbygärtner in mir ist auch nicht immer bereit, bei jedem Mimöschen auf alle Besonderheiten Rücksicht zu nehmen ;)
Fangen wir mal ganz links an, dort seht Ihr meinen Eukalyptus, den ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe. Er ist sehr anspruchslos und liebt das heiße Südfenster, mag aber auch regelmäßig Wasser haben. Daneben wohnt mein Elefantenrüssel, zumindest wurde er mir unter diesem Namen verkauft. Es ist irgendeine anspruchslose Sukkulente oder so; je weniger Aufmerksamkeit er bekommt, desto wohler fühlt er sich ^^ Direkt daneben steht der Elefantenfuß, ebenso anspruchslos, sollte aber regelmäßig Wasser bekommen.
Springen wir nun nach rechts, dort steht mein ganzer Stolz: eine meiner zwei Kaffeepflanzen. Auch diese bekam ich geschenkt, von derselben Person übrigens ;) Kaffee wird immer so als Büschel verkauft, was toll aussieht, weil er so dicht steht, aber eigentlich totaler Schwachsinn ist. Der Kaffeebaum ist ein totaler Egoist und mag seinen eigenen Pott haben. Ich habe also alle Pflanzen sorgsam getrennt und vereinzelt (OK, die Pflanze auf dem Bild hat einen kleinen Bruder bei sich).
Diese Prozedur hat der Kaffee fast nicht überlebt. Ich habe sehr mitgelitten, er bekam ganz gelbe Blätter. Nach intensiver Googlerecherche habe ich Eisendünger getestet, da die Symptome darauf am ehesten gepasst haben. Und siehe da, er wurde wieder saftig grün, manche Blätter haben sogar ihre Farbe wiederbekommen!
Die unteren Blätter haben dennoch immer wieder gelbe Stellen, da er sich inzwischen selbst an manchen Stellen das Licht nimmt. Wenn man Kaffee googlet, wird man aber immer wieder merken, dass man froh sein kann, wenn er so halbwegs gut aussieht, da diese Pflanze teilweise echt empfindlich ist, vor allem die Wurzeln, weswegen das Teilen möglichst schnell und früh erfolgen muss.
Meine zweite Kaffeepflanze hat immer wieder dunkelbraune Blattränder bekommen, weswegen er grade in zweiter Reihe bei immer noch viel Licht aber ohne direkte Sonneneinstrahlung steht. Es scheint ihm bisher zu gefallen ;)
Ein letzter Kaffeetipp: Er mag kalkarmes Wasser oder Regenwasser, sowohl für's Gießen als auch für's Besprühen, was man regelmäßig machen sollte, da unser tropischer Mitbewohner hohe Luftfeuchtigkeit liebt.
Meine einzige richtig große Pflanze ist eine Zamioculcas. Sie ist ebenfalls pflegeleicht und mag sowohl viel Sonne als auch Schatten; eine tolle Pflanze also :)
Meine Mutter hat auch eine in der vollen Sonne, weswegen ihre sehr schnell wächst und auch schon geblüht hat. Meine hat ein eher schattiges Plätzchen, wächst deshalb sehr langsam aber dafür kräftig dunkelgrün. Je mehr Licht sie hat, desto heller werden die Blätter.
Und mehr als Gag kam dieser kleine Freund zu mir:
Ein Graskopf ;) Hier habe ich ihm einen Irokesen verpasst. Jetzt dürfen die Haare wieder wachsen; den nächsten Haarschnitt habe ich schon im Kopf ^^

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