Seitan

Das Gluten, das ich bei VeganWonderland zusammen mit der Falafelmischung bestellt hatte, wollte natürlich auch ziemlich zügig getestet werden. Aus reinem Weizengluten stellt man Seitan her, eine Art Fleischersatz. Das Rezept dazu habe ich mir selbst zusammengebastelt und zwar mithilfe der vielen Seitanvarianten auf Veganitaeten. Ich kann diese Seite sehr empfehlen, ihr findet dort ein Seitangrundrezept und auch verschiedene Varianten, wie hier, hier und hier.
Ich habe mir dann etwas nach meinen eigenen Vorlieben zusammengebastelt :)
trockene Zutaten:
1 Tasse Gluten
1/2 Tasse wahlweise "Weichmacher", wie Kichererbsenmehl, Tapiokamehl oder andere Mehle aus Hülsenfrüchten
3-4TL Paprikapulver
1/2TL Muskat
1/2TL Cayennepfeffer
Knoblauchpulver
1TL getrocknete Kräuter der Provence
1/2TL Pfeffer
1TL Salz
1TL Zucker
4TL Röstzwiebeln
flüssige Zutaten:
1 Tasse Wasser
2EL Sojasoße
4-5EL Tomatenmark
Man vermischt die trockenen und die flüssigen Zutaten zunächst in zwei separaten Schüsseln. Dann vermengt man alles miteinander. Der Teig hat eine gummiartige Konsistenz und sollte nicht zu weich sein. Je nach dem also noch etwas Wasser hinzugeben, wenn er zu hart und trocken ist, oder etwas Gluten, wenn er zu weich ist.
Von meiner Zutatenliste habe ich bei diesem ersten Versuch die Höchstmengen genommen. Der Seitan schmeckte sehr würzig, wegen des Tomatenmarks und der Kräuter irgendwie in die Richtung mediteran, sehr lecker. Beim nächsten Mal würde ich aber eher zu 3TL Paprikapulver bzw. 4El Tomatenmark tendieren und etwas weniger Cayennepfeffer. Kichererbsenmehl oder ein anderes hatte ich natürlich nicht zuhause, deswegen habe ich einfach Vollkornweizenmehl benutzt, hat auch funktioniert. Beim Knoblauch kann ich keine genauen Angaben machen, da ich eine Mühle für den getrockneten Knoblauch habe, es war aber nur eine kleine Prise. Die Röstzwiebeln kann ich nur empfehlen, sie geben dem ganzen ein feines Aroma! Ich habe dazu die Röstzwiebeln in einen Gefrierbeutel gepackt und ordentlich draufgehauen :) Dadurch vermischen sie sich weitaus besser und fallen beim Garen auch nicht aus der Masse. Man sieht sie im "pulverisierten" Zustand auf dem Photo der trockenen Zutaten als hellbraune Masse ganz oben drauf ^^
Veganitaet empfiehlt, den Seitan zu dämpfen, was ich auch getan habe. Ich habe einen kleinen Dämpfeinsatz für den Kochtopf, ganz billig von Ikea, aber genial vom Prinzip, da er mühelos in verschiedene Topfgrößen passt. Ich habe aus dem Seitanklumpen vier kleine "Würstchen" geformt, zumindest habe ich es versucht ;)
Er ist halt sehr gummiartig und nicht sonderlich gut zu formen, außerdem verliert er beim Dämpfen etwas seine Form. Die Würstchen waren nach ~20-30 Minuten (Veganitaet empfiehlt eine Mindestgarzeit von etwa 20 Minuten) gar.
Aus dem Rest habe ich zwei größere Klöpse gemacht, die möchte ich später aufschneiden und in Scheiben oder als Geschnetzeltes oder what ever braten.
Diese habe ich für ~45 Minuten gegart, ich muss gestehen, ich habe nur geschätzt, da ich dieser Masse irgendwie den Garpunkt nicht ansehen konnte... So im Nachhinein sieht man schon einen Unterschied zwischen roh und gar, aber im Topf war das nicht leicht auszumachen ^^ Der fertige Seitan hat eine eher festere Konsistenz, mit dem anderen Mehl als Weichmacher wäre er bestimmt fluffiger geworden, aber ich finde diesen festeren Zustand besser.
Und hieraus kann man jetzt machen, was man lustig ist! Es ist also eine wirklich vielseitige Alternative und man beachte auch, welch große Menge aus dieser einen Tasse Gluten herausgekommen ist!

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